(Source: iheart-photos)



Die Heimkehr - Friedrich Nietzsche

 O Einsamkeit! Du meine Heimat Einsamkeit! Zu lange lebte ich wild in wilder Fremde, als daß ich nicht mit Tränen zu dir heimkehrte!

Nun drohe mir nur mit dem Finger, wie Mütter drohn, nun lächle mir zu, wie Mütter lächeln, nun sprich nur: »Und wer war das, der wie ein Sturmwind einst von mir davonstürmte? –

– der scheidend rief: zu lange saß ich bei der Einsamkeit, da verlernte ich das Schweigen! Das – lerntest du nun wohl?

O Zarathustra, alles weiß ich: und daß du unter den Vielen verlassener warst, du Einer, als je bei mir!

Ein anderes ist Verlassenheit, ein anderes Einsamkeit: das – lerntest du nun! Und daß du unter Menschen immer wild und fremd sein wirst.

[…]

Und weißt du noch, o Zarathustra? Als deine stillste Stunde kam und dich von dir selber forttrieb, als sie mit bösem Flüstern sprach: ›Sprich und zerbrich!‹

– als sie dir all dein Warten und Schweigen leid machte und deinen demütigen Mut entmutigte: Das war Verlassenheit!« –

O Einsamkeit! Du meine Heimat Einsamkeit! Wie selig und zärtlich redet deine Stimme zu mir!

Wir fragen einander nicht, wir klagen einander nicht, wir gehen offen miteinander durch offne Türen.

Denn offen ist es bei dir und hell; und auch die Stunden laufen hier auf leichteren Füßen. Im Dunklen nämlich trägt man schwerer an der Zeit, als im Lichte.

Hier springen mir alles Seins Worte und Wort-Schreine auf: alles Sein will hier Wort werden, alles Werden will hier von mir reden lernen.

Da unten aber – da ist alles Reden umsonst! Da ist Vergessen und Vorübergehn die beste Weisheit: Das – lernte ich nun!

Wer alles bei den Menschen begreifen wollte, der müßte alles angreifen. Aber dazu habe ich zu reinliche Hände.

[…]

O Menschenwesen, du wunderliches! Du Lärm auf dunkeln Gassen! Nun liegst du wieder hinter mir – meine größte Gefahr liegt hinter mir!

(Source: zeno.org)


(Source: maudit, via skeined)


Ach, ich bin schlaflos, ich fürchte, zu träumen.

(jaj! az álom nelkül)

Xavier Mayne - Imre


(Source: 90377, via nachtgedankenmensch)


Schwimmenlernen Teil 2

asche-alles-was-ich-lasse:

Ich wollte das achte Weltmeer sein
und bin im Teich ertrunken
Mit Schlingen am Bein und Steinen im Bauch
bin ich im Schlamm versunken.

Zwischen Algen, Kadavern, Gräten und Kalk
zählte ich Finger und Stunden
und zwischen  Kadavern, Gräten und Kalk
bin ich ganz einfach verschwunden.

Nur Treibgut und Hexen schwimmen oben
und dann vielleicht noch die Toten
und zwischen graublau und grauschwarz und grau
suchte ich nicht mehr nach Booten.

Ich wollte das achte Weltmeer sein
und war doch nur landunter
Jetzt nehme ich meine blaue Welt
und färbe sie endlich bunter.


(Source: picturepoetess, via 90377)



[…]

Du machst mich allein. Dich einzig kann ich vertauschen.

Eine Weile bist du’s, dann wieder ist es das Rauschen,

oder es ist ein Duft ohne Rest.

Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren,

du nur, du wirst immer wieder geboren:

weil ich niemals dich anhielt, halt ich dich fest.

Rainer Maria Rilke, - Lied


hellanne:

(by LucyCheung)


Haruki Murakami, South of the Border, West of the Sun


Haruki Murakami, South of the Border, West of the Sun

(via aseaofquotes)



Denn das Schwert zerstört die Scheide,
Und das Herz verzehrt die Brust,
Und der Ruh` bedürfen beide,
Unsre Lieb` und unsre Lust.

 

-Also, schwärmen soll ich nimmer - George Gordon Lord Byron




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